Aktion „Sauberhafter Schulweg“

Besuch des Wertstoffparks in Neu-Anspach

Urselbach Gymnasium Recyclinghof 4

Im Rahmen der Aktion „Sauberhafter Schulweg“ machten sich die Klassen 6 mit Frau Radtke, Herrn Neitzke und Frau Thiel auf den Weg zum Wertstoffpark Brandholz in Neu-Anspach. Schon die umweltfreundliche Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln war für die meisten unserer Schülerinnen und Schüler keine alltägliche Erfahrung. Der Hin- und Rückweg zum Deponiepark wurde dann zu Fuß zurückgelegt. Jeweils 45 Minuten dauerte unsere Wanderung durch Wiesen und Felder, vorbei an echten Kühen und Pferden.

Urselbach Gymnasium Recyclinghof 1

 

In der Deponie erhielten wir zunächst einen Überblick über die Anlage. Die alte Müllhalde, ein kleiner künstlicher Berg in der Landschaft des Hintertaunus, wird zur Gewinnung von Deponiegas genutzt. Bis vor wenigen Jahren wurden nur wenige Abfälle wiederverwertet Sie wurden unsortiert auf eine Müllhalde gebracht. In diesen Halden entstehen Gase, die dann umgewandelt werden und als Energie in das Stromnetz eingespeist werden können. Auf der alten Müllhalde, deren Aufbau uns auch erklärt wurde, sind mittlerweile nach Süden hin ausgerichtete, große Photovoltanikanlagen montiert. Zum Erdreich hin ist die Halde abgedichtet, damit das belastete Sickerwasser nicht das Grundwasser verschmutzen kann. Das Sickerwasser wird aufgefangen und soweit aufbereitet, dass es in Trinkwasserqualität der Kläranlage zugeführt werden kann. Die verbleibenden belasteten Schlämme werden getrocknet und verbrannt. Leider werden die meisten Abfälle noch viele tausend Jahre unverrottet auf der Halde liegen.

Die Biogasanlage und die Anlage zur Aufarbeitung der Biomasse aus den braunen Biostofftonnen waren für unsere Stadtkinder-Nasen geruchsintensiv und gewöhnungsbedürftig. Eine Anlage zur Abluftbehandlung sorgt dafür, dass Gerüche nicht ins Freie gelangen können. In der Biogasanlage können Gase gewonnen und gesammelt werden. Steht wenig andere Energie zur Verfügung (z.B. bei wenig Wind) oder besteht ein temporär großer Strombedarf, kann die Anlage eingeschaltet und Strom erzeugt werden. Da man Strom noch nicht speichern kann, ist dies ein sehr gutes Verfahren.

Der Biomüll wird zu Biogas fermentiert. Der verbleibende Rückstand wird mehrfach geschreddert und gesiebt. Am Ende der Bearbeitung verbleiben eine nährstoffreiche Kompostmasse, ein flüssiger Gärrest, der ebenfalls in der Landwirtschaft als Dünger eingesetzt werden kann, und eine kleine Menge Restmüll.

Im Wertstoffpark können Abfälle abgegeben werden. Sehr genau müssen sie in die beschrifteten Behälter sortiert werden. Wir staunten über große Container mit CDs, DVDs, Handys, Akkus, Kabel, Festplatten etc. Viele Abfälle enthalten wertvolle Rohstoffe, die wiederverwendet werden können. Wir konnten einigen Männern zusehen, wie sie Waschmaschinen oder Computer demontierten.

Um unsere Erde zu bewahren, sind Abfallvermeidung und Nachhaltigkeit wesentlich. Deshalb sollten wir z.B. in Zukunft Stofftüten benutzen – statt Plastikbeutel, Dinge nicht gleich wegwerfen, wenn sie nicht mehr modisch genug sind, unseren Müll sortieren, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad fahren und regionale Produkte wählen.