Urselbach-Gymnasiasten laufen erstmals gegen Hunger

OBERURSELER WOCHE, 23. Juni 2016 (Seite 9):

Oberursel (kr). Das private Urselbach-Gymnasium ist noch recht jung. Deshalb gibt es bisher erst die Klassenstufen fünf bis sieben mit einer Klassenstärke von maximal 20 Kindern. Doch diese knapp 60 Schüler haben bei ihrem „Lauf gegen den Hunger“ viel bewegt. Sie hatten sich während des Unterrichts sowie in der Freizeit gut vorbereitet. Ein Referent der international tätigen humanitären Organisation „Aktion gegen den Hunger“ berichtete ausführlich über die Ursachen des Welthungers und der Mangelernährung sowie über die Arbeit der Organisation im Kampf um den sicheren Zugang zu Trinkwasser, um die Schaffung von nachhaltig wirkenden Ernährungsgrundlagen oder die spontane Hilfe innerhalb von Projekten. In diesem Jahr stand das Land Haiti im Fokus der Hilfsorganisation. Und so werden auch die rund um das Urselbach-Gymnasium erlaufenen Spendengelder für Projekte in diesem Land verwendet.

5890,95 Euro aus 358,25 Kilometern

Nachdem die Kinder und Jugendlichen über das Prinzip eines Spendenlaufs Bescheid wussten, suchten sie sich in ihrem direkten Umfeld Sponsoren. Eltern, Nachbarn, Bekannte aber auch kleinere Firmen konnten dafür gewonnen werden, einen mit dem jeweiligen Kind vorher vereinbarten Laufrundenbetrag an die Hilfsorganisation zu spenden. Einige Kinder hatten bis zu 25 Sponsoren geworben, andere hatten einen ansehnlichen Betrag pro erlaufener Runde vereinbart. Außerdem wurde im Sportunterricht seit einigen Wochen Dauerlauf trainiert, berichtete Sportlehrer Marc Nichols. So wurden nach dem Lauf auch die besten sportlichen Leistungen mit Ehrungen und Geschenken bedacht. Die Schüler hatten eine Stunde Zeit, so viele Runden wie möglich um ihr Schulgebäude zu laufen. Je Runde legten sie dabei eine Strecke von 250 Metern zurück. Im Schulhof gab es laute Musik, die Schüler wurden wie Marathonläufer an der Strecke mit Wasser und Bananen verpflegt und Mitschüler kreuzten am Kontrollpunkt Runde um Runde auf den Startnummern an den Laufshirts ihrer Mitschüler ab. „Los, die 20 schaffst du!“ oder „Halt durch!“, wurde ihnen hinterhergerufen. Es war eine gut vorbereitete Aktion, die von allen Beteiligten hoch motiviert durchgeführt wurde. Am Ende hatten die Schüler gemeinsam auf insgesamt 358,25 Kilometern eine Spendensumme in Höhe von 5890,95 Euro erlaufen.

„Dieses Projekt werden wir wiederholen“, sagte die pädagogische Leiterin der Schule Anne Runzheimer. Über diese lehrreiche Aktion werde auch die Gemeinschaft an der Schule gestärkt, ist sie überzeugt. Die Organisation „Aktion gegen den Hunger“ hat außer mit Hilfe der Vorträge und Filme im Unterricht auch den konkreten Sponsorenlauf mit Materialien, wie Laufshirts, Startnummern und dem Teilnehmerpass, der sogar vorgefertigte Spendenquittungen enthielt, professio- nell unterstützt.

Im Jahr 2015 haben weltweit 1300 Schulen mit mehr als 330 000 Schülern am „Lauf gegen den Hunger“ teilgenommen. Allein in Deutschland wird 2016 eine Teilnehmerzahl von 16 000 Schülern erwartet.

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